Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Haltet eure Gruppen zusammen!

Die Corona-Krise stellt auch unsere Gruppen vor größere Herausforderungen als sie bisher hatten. Die medizinischen Ratschläge sind bekannt, die sozialen und vor allem die sozialphobischen weniger. Daher möchten - müssen - auch wir eine Liste dazu machen.

Wovor haben sie Leute Angst?
Nicht nur vor der Virus-Infektion selbst! Da ist viel mehr:

  • Die Einschränkungen im Alltag machen Angst. Kommt wirklich eine Ausgangssperre? Muß ich zwei Wochen zuhause sitzen, obwohl mein Klopapier nur für eine Woche reicht? Von Belang ist nicht nur, ob eine Maßnahme nötig ist - sondern auch, ob sie von den Menschen akzeptiert wird.
  • Wer hilft mir? Wer geht für mich einkaufen? Wer denkt an mich?
  • Wie schlimm wird es noch werden? Wird alles, was noch an Schutzmaßnahmen kommt, wirklich nötig sein?
  • Wie kann ich die ganze Sache kurz mal vergessen? Im Krieg haben die Leute Schnulzen gehört und im Kino die "Feuerzangenbowle" gesehen.

Wovor haben unsichere Menschen Angst?
  • Bei unsicheren Menschen kann auch eine kleine Krise große Gedanken an mögliche Katastrophen auslösen. Das "Gedankenkarussell" kreist und kommt durch die Krise erst recht auf Touren. Manche haben schon vor Corona keine Nachrichten mehr gelesen, weil diese zu belastend empfunden wurden.

Wovor hat eine Gruppe wie unsere SHG Angst?
  • Können wir uns treffen, obwohl unser Gruppenraum geschlossen ist? Wie halten wir dann die Regeln ein, damit wir uns nicht gegenseitig anstecken?
  • In der Gruppe ist immer auch die bange Frage: Was werden die anderen tun? Die Befürchtung "die anderen werden auch nicht..." nimmt den Mut, es selbst zu tun. Dadurch sind nicht mehr genug Leute vorhanden, um die Gruppe stabil zu halten.

Wie kann eine Gruppe durch die Zwangspause kommen?
  • Den Kontakt halten, per Telefon, Mail, Whatsapp etc. - wenn keine Kontaktliste der Mitglieder existiert, fragt alle, die ihr erreichen könnt. Sie sollen weitere Mitglieder kontaktieren.
  • Wenn nötig, kann eine Gruppensitzung auch als Chat, Telefonkonferenz o.ä. durchgeführt werden.
  • Wichtig ist die Gruppenleitung! Ihr kommt in unsicheren Zeiten eine Rolle zu wie dem Personal eines Schiffs im Sturm. Sie gehen erst als letzte von Bord - aber sie tun alles, um diesen Notfall zu verhindern. Sie zeigen, daß sie dazu bereit sind. Natürlich müssen sie kein Infektionsrisiko eingehen, aber auf Fragen und Ängste der Mitglieder eingehen.
  • Auch wenn es nur die Angst vor unfreiwilligem Zigaretten-Entzug oder der Frust über geplatzte Reisen ist: Ernst nehmen! Nicht lachen, nicht "zurechtweisen"! Sonst erzählt euch niemand mehr von "echten" Problemen! Auch "Luxussorgen" können im Kopf bis zur Selbstblockade kreisen. Seid nett zu den Leuten, damit sie von selbst sagen: "Oh ja, dir gehts schlimmer."

Wie geht man mit Einschränkungen um?
Auch bei den Hinweisen dieses Textes werden manche denken: "Ja, aber das funktioniert bei uns nicht, weil ..." Wie weiter? So:
  • Achtet genau drauf, was möglich ist, obwohl es nicht so wirkt.
  • Erfindet Alternativen und Zwischenlösungen, um das Ziel einigermaßen zu erreichen.



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zuletzt am 18.03.2020 um 07 Uhr 36