|
Übersicht
Schüchternheit
Ausführlich
Bilderzyklus
Themensammlung
Positive Seite
Buchkritiken
Selbsthilfe
Häufige Fragen
Neu bei uns?
Wo & wann
Pressearchiv
intakt e.V.
Kurzvorstellung
Vereinsdaten
Gründerpaket
Rundbrief
Infomaterial
Interaktiv
Gästebuch
Kontaktbörse
Termine / Forum
Online-Spende
Links
|
|
Rundbrief Oktober 2005
Inhalt:
- Anmerkungen zu sozialen Ängsten
Zurück zur Rundbrief-Übersicht
Anmerkungen zu sozialen Ängsten
Nach dem letzten Rundbrief bekam ich einen Anruf vom Leiter einer
Sozialphobie-Gruppe. Ich diskutierte mit ihm über die Inhalte
dieses Rundbriefs, besonders über die Beschreibung des
Volkshochschulkurses.
Seine Anmerkungen möchte ich als Diskussionsbeitrag in die öffentliche
Runde geben.
Er sprach sich dagegen aus, Schüchternheit und Sozialphobie
zu sehr als Problem darzustellen.
"Dann ziehen wir Sozialphobikern den Boden unter den Füßen weg"
- zusätzlich zu den wirklichen und angenommenen Anforderungen
der Gesellschaft bekommen sie noch ein weiteres zu hohes Ziel
aufgebrummt.
Ich wies an der Stelle auf die positive Seite von Schüchternheit
hin, wie sie auf der Vereinswebseite beschrieben wird.
Passend dazu plädierte er für einen weniger aggressiven, mehr
akzeptierenden Umgang mit Ängsten anderer Leute. Eine Aussage wie "Angst ist Quatsch" kann von Leuten, die nicht von ihren Ängsten wegkommen, als Angriff
verstanden werden.
Ein anderes Modell sieht er als Erfolg versprechender an: "Akzeptiere
deine Angst zur Hälfte, dann kommt die andere Hälfte
hinterher."
Ob dies jedoch mit der beschriebenen Autosuggestionsübung möglich
ist, bezweifelte er:
"Wenn ich Hausbesuche mache bei Sozialphobikern, seh ich da öfter am
Spiegel einen Zettel 'ich bin gut'."
Zu meiner Frage, wieso eine Diplom-Psychologin eine höhere
Überzeugungskraft zu haben scheint, meinte er, "die hat nicht
unsere Eigenschaften, die wir als negativ ansehen." Mit anderen
Worten, sozial Ängstliche würden Nichtängstliche als
bessere Menschen ansehen. (Was eigentlich nicht sein sollte!)
Einen interessanten Gedanken teilte er mir noch zum Wort "Selbstbewußtsein"
mit: Wir hätten nicht zu wenig, sondern zu viel Selbstbewußtsein. Denn "wir sind uns selbst viel zu bewußt".
Julian / Braunschweig
Zurück zur Rundbrief-Übersicht
|