Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Rundbrief Dezember 2007

Inhalt:
   - Neue Gruppe in Salzgitter
   - Gründungspläne 2008
   - Boßeln und Grillen in Berkum
   - Die Gruppenphasen



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Neue Gruppe in Salzgitter

Die zwölfte Gruppe im Vereinsnetzwerk hat sehr klein angefangen.
Die Gründungen vorher in Magdeburg, Uelzen und Stendal liegen doch etwas abgelegen von der nächsten Stadt mit Gruppe. Die Vernetzung, der Austausch, der Kontakt, also eine große tragfähige Gemeinschaft, sind dort schwieriger zu verwirklichen.
So kamen wir auf Salzgitter (Lebenstedt) - denn es liegt in der Mitte zwischen den Städten und Gruppen Goslar, Hildesheim, Peine und Braunschweig. Es ist weit genug weg, um keine Konkurrenz zu sein, aber nah genug, um Kontakt zwischen den Gruppen zu finden.

Veröffentlicht wurde der Gründunghstermin zum ersten Mal über eine eine bezahlte Anzeige. Herr Jenders von der Evangelischen Familienbildungsstätte, die den Gruppenraum zur Verfügung stellt, hatte es uns empfohlen.
Die von mir an drei Zeitungen übermittelten Aufrufe sind leider nicht erschienen.

Am 30.11. war Gründungstreffen. Es erschienen drei Personen, ein jüngerer Interessent wurde von seinem Vater begleitet, was aber kein Problem war.
So hielt ich keinen Vortrag, sondern wir begannen nach ein paar Infos über den Verein und die anderen Gruppen mit einer Vorstellungsrunde und eigenen Erfahrungen.

Die Gruppe wird in Zukunft alle zwei Wochen in der Evangelischen Familienbildungsstätte, Kattowitzer Straße 225, SZ-Lebenstedt stattfinden.
Drei Personen sind zwar wenig für eine Gruppe, aber auch zu dritt sind hilfreiche Gespräche möglich. Der Zeitungsaufruf wird nachgeholt, es ist aber noch nicht klar, ob jetzt oder nach Weihnachten.

Julian / Braunschweig



Gründungspläne 2008

Wir werden 2008 wohl weniger bis nicht in "abgelegene" Gegenden gehen, sondern neue Gruppen in der Nähe der bestehenden anschieben, so daß diese schnell Kontakt finden. Mögliche Städte sind Haldensleben (zwischen Wolfsburg und Magdeburg), Gardelegen (WOB, SDL), Helmstedt (BS ,MD, WOB), Salzwedel (SDL, UE) oder Gifhorn (BS, WOB, CE).



Neu in der intakt-Mediothek:

Borwin Bandelow: "Das Buch für Schüchterne"
Vor einiger Zeit ging diese Neuerscheinung groß durch die Medien, wir wurden von verschiedenen Gruppenmitgliedern drauf angesprochen. Nun ist es auch bei uns im Verein ausleihbar.



Boßeln und Grillen in Berkum

Die Dinge kommen ins Rollen und somit werden neue Erfahrungen und Erfolge verzeichnet!
Von den 21 anwesenden Personen beim Grillen in Berkum konnte und kannte kaum jemand das Spiel Boßeln. Wir haben es alle kapiert, es mit Lust und guter Laune ausprobiert. Der Wettergott hatte es sehr gut mit uns gemeint. Somit wurde eine ideale Strecke am Mittellandkanal als Boßelbahn getestet.
Es gab, kaum zu glauben, keine nennenswerten Fehlwürfe, gelegentlich einen kleinen Likör zur Belohnung, und natürlich auch ein Gewinnerteam. Alle hatten viel Spaß an dieser sportlichen Aktivität, darum steht auch das Mitmachen von allen Teilnehmern im Vordergrund.
Dank an Detlef aus Peine, du warst ein prima Coach und Schiedsrichter.

Bei einbrechender Dämmerung wurden die Grills angeheizt, ein Lagerfeuer entzündet und die gemütliche Blockhütte mit Terrasse bezogen. Beim gemeinsamen Essen der Steaks und Bratwürste, entwickelten sich viele Gespräche und neue Bekanntschaften. Das Lagerfeuer hatte großen Anteil an der entspannten Atmosphäre. Bei Stockbrot und gebackenen Kartoffeln gab es ebenfalls viel Unterhaltung.
Julian enthüllte das neue intakt-Transparent und stellte es uns vor. Es ist gut geworden, eine Bereicherung für unseren Infostand.
Mit Musik, essen, reden, trinken und guter Stimmung dauerte die Veranstaltung noch bis 21Uhr30. Am nächsten Morgen hat die Peiner Gruppe aufgeräumt und ein Grillreste-Brunch gemacht. Finanziell ist es für uns Peiner plus/minus 0 ausgegangen. Wir hatten also keinen Verlust zu verzeichnen (als Info für andere SH-Gruppen, die etwas planen).
Also, nicht nur die Boßelkugel rollt, es passieren interessante Dinge im Verein. Die Aktivitäten in Goslar, Uelzen, Berkum zeigten dies deutlich auf, ebenso spricht die rege Beteiligung für sich selbst.

Dies soll allen die sich noch nicht trauen, bei uns etwas mitzumachen, Mut geben, über den eigenen Schatten zu springen. Alles halb so wild, wir sind wie DU, es lohnt sich !!!

Gruß Uwe aus Peine



Die typischen Gruppenphasen

Es wirkt auf mich ein wenig wie ein Naturgesetz: Eine Gruppe kommt drei Monaten nach der Gründung in die Krise. Leute bleiben weg, Freizeitaktivitäten schlafen ein, der Anfangsschwung ist verpufft. Ich dachte bisher, das wäre, sobald ich die Gründungsbegleitung zurückziehe. Das auch, aber vor allem sind die "Gruppenphasen" dafür verantwortlich.

Die Phasen sind keine typisch sozialängstliche Sache, sondern in fast jeder Gruppe so. Und nicht nur in Gruppen: Auch hab ich es so ähnlich an jedem meiner Arbeitsplätze erlebt.
"Hierbei handelt es sich ... um Reaktionen und Prozesse, die den Beteiligten nicht bewusst sind. Das heißt, es ist kein böswilliges Verhalten von Mitgliedern" und es kann nur nützen, es als Gruppenmitglied zu kennen.
Deshaslb möchte ich dieses Modell kurz vorstellen.

Allgemein werden im "Leben" einer Gruppe fünf Phasen unterschieden, von denen die ersten drei den Anfang darstellen:

Phase Was läuft in der Gruppe ab? Worauf muß man achten?
Orientierungsphase
Wo bin ich?
vorsichtig kennenlernen, sagen, warum man hier ist Hoffnungen, Ängste, auch übersteigerte Erwartungen bei den Mitgliedern Berechenbar machen, Kennenlernspiele (einige kennen ja "Villa Paletti"), Wünsche sammeln
Machtkampf
Wer ist wer?
Hierarchie bildet sich (Gruppenleiter), gegenseitiges Testen durch Provokationen
Ist nicht schön, aber da muß man durch, wenn man die gegenseitigen Grenzen und Schutzzonen kennen will.
Achtung: Unerklärbare Austritte (=Flucht)
vermitteln, drauf achten, daß niemand "auf der Strecke bleibt"
hier braucht man wirklich Moderation
Intimitätsphase
Ich bin hier, weil...
endlich alles klar, es kann losgehen, auf den Tisch damit! Gruppe festigt sich, Zusammenfinden zuviel Gemeinsamkeit?
Differenzierungsphase
Hauptarbeitsphase
Mitglieder bringen eigene Ideen Moderation kann sich zurückziehen
Endphase
Schade, bald vorbei, was wird draußen?
Umgang mit dem Ende: Gruppe schönreden oder schnell austreten Zusammenfassen beim Transfer des Gelernten in die Außenwelt helfen

Das ist natürlich ein Modell, in Wirklichkeit können sich Phasen überschneiden, oder es kann rückwärts gehen. Ein- und Austritte, auch Erfolgserlebnisse einzelner Mitglieder können eine erneute Orientierungs- oder Machtphase auslösen.
Die Erfahrung, daß bei Treffen, bei denen jemand zum ersten Mal teilnimmt, das Thema sehr am eigentlichen Gruppenthema orientiert ist, hab ich schon oft gemacht.
Auch die Gruppen, die seit Jahren stabil sind, obwohl sie sich nur zu dritt treffen, sind erklärbar: Sie ziehen ihre Stärke aus dem erfolgreichen Durchlaufen der Phasen.

Julian / Braunschweig

Weiterführende Literatur:

Nakos-Infomappe "Gespräche in Gruppen, Gruppen im Gespräch", gibt es in jeder gut ausgestatteten Selbsthilfekontaktstelle

www.kurzidim.de/texte.htm



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zuletzt am 12.10.2017 um 17 Uhr 33