Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Rundbrief Februar 2009

Inhalt:
   - Schulprojekt
   - Hypnose - ein Selbstversuch
   - Vergleich SP-Gruppe - Angstgruppe
   - Alles ist pogativ


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Schulprojekt des intakt e.V. - Teilnehmer gesucht

Im Rahmen eines Projekttages gegen Rassismus und für Courage hat der intakt e.V. Gelegenheit, eine zweistündige Unterrichtseinheit zu Schüchternheit und Mobbing für die Otto-Bennemann-Schule (Berufsschule und Wirtschaftsgymnasium in Braunschweig) zu gestalten. Denn wer kennt sich besser hierüber aus als die intakt-Gruppen?
So werden wir den Tag mit einem Vortrag, Gruppenarbeiten usw. abhalten. Da das Thema Schüchternheit/Mobbing beim Projekttag noch nicht vertreten war, nahm der Vorstand (Tobias) das als Gelegenheit, da der Verein sowieso Seminare für gemobbte Kinder anbieten wollte. Das "Publikum" besteht aus Schülern etwa im Alter von 14 bis 17.
Der Zeitraum hierfür steht noch nicht fest, liegt aber zwischen dem 16.3. und und Ende April. Ort ist das Kulturzentrum Brunsviga, wo sich auch die Braunschweiger Schüchternen treffen. Genaue Daten werden in Kürze mitgeteilt.

HIERFÜR BRAUCHEN WIR EURE HILFE. BITTE HELFT UNS.
Wir wollen ein kurzes (5 Minuten) Theaterstück als Opener präsentieren. Hierfür werden etwa 4-5 Personen benötigt, die Schülerinnen bzw. Schüler der 8. Klasse spielen. Wenn ihr wollt, braucht auch nicht viel gesprochen zu werden, wir können eure Wünsche bezogen auf die Rolle auch individuell festlegen.

Also - überlegt es euch, noch sind Plätze frei. Meldet euch unter der E-Mail-Adresse DavyGoslar(a)web.de oder unter den anderen bekannten Daten. Fragen beantworten wir gerne.

Ingo / Tobias / Julian

www.otto-bennemann-schule.de



Hypnose - ein Selbstversuch

Eine Hypnosetherapie eignet sich hervorragend zur Bekämpfung gegen die Soziale Phobie. Ich habe den Versuch gestartet und mich mit grossartigem Erfolg in eine Therapie begeben. Dies ist mein Erfahrungsbericht.
Zuerst aber einige grundlegende Informationen zu dem Thema.

Was ist Hypnose?
Der Begriff Hypnose stammt vom griechischen Wort hypnos (Schlaf), da man in der Anfangszeit der Forschung davon ausging, dass es sich um einen schlafähnlichen Zustand handelt. Als Hypnotiseur bezeichnet man dabei die hypnotisierende Person, als Hypnotisand die hypnotisierte Person. Dabei kann eine Person auch beide Rollen übernehmen, das bezeichnet man als Auto- oder Selbsthypnose; in allen anderen Fällen nennt man es Fremd- oder Heterohypnose.
Eine hypnotische Trance wird mittels Hypnose induziert (Induktion), der Proband befindet sich in Hypnose oder in einer hypnotischen Trance. Zur Beendigung wird die Trance aufgelöst bzw. exduziert (Exduktion), der Hypnotisand wacht auf. Wird der Proband (zum Beispiel zwecks Vertiefung der Trance) aus der Trance geholt und kurz darauf wieder zurück in Trance versetzt, so spricht man von Fraktionierung.
Im Rahmen der Hypnose werden dem Probanden ggf. verbale Anweisungen, sogenannte Suggestionen gegeben, die direkt auf das Unterbewusstsein wirken. Suggestionen, die auch nach Auflösung der Hypnose noch wirksam sind, werden als posthypnotische Suggestionen bezeichnet.

Zur Geschichte der Hypnose
Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, lassen sich Berichte über kultische Handlungen oder Dinge aus dem Schamanismus mit Hypnose in Form der Selbst- oder Fremdsuggestion erklären. Es ist zu vermuten, dass Hypnose eher zufällig entdeckt wurde und ihren Ursprung in meditativen und kultischen Handlungen religiösen Hintergrundes haben dürfte. Spekulativ kann man von der Annahme ausgehen, dass sich die Hypnose aus massenpsychologischen Manipulationen bei religiösen oder kultischen Riten sowie aus den selbstmeditativen Erfahrungen von Priestern, Heilern und Schamanen entwickelt hat.
"Wissenschaftlich" jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Er experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte, schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch "Mesmerisieren"; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert (to mesmerize = hypnotisieren). Friedrich Engels kritisierte in einem zu Lebzeiten unveröffentlichten Text den Mesmerismus als Irrglauben und Selbsttäuschung. Er kommt zum Schluss, dass sich immer erst Effekte einstellten, wenn dem "Patienten zu verstehen gegeben wurde, was von ihm erwartet wurde." Sigmund Freud wurde 1885 in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode, um Patienten zu behandeln. Dies wurde zum Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation. Schriften zeigen jedoch, dass Freud auch später noch mit Hypnose gearbeitet hat.
Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz (1884-1970), der daraus das autogene Training entwickelte, und später durch Klaus Thomas. Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich weiterentwickelt durch Milton H. Erickson (indirekte Hypnose).
Milton H. Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die modernste Form der Hypnose gilt und aus der sich weitere psychologische Methoden wie z. B. das NLP (Neurolinguistisches Programmieren) entwickelten.

Wogegen wird Hypnose angewendet?
Hypnose findet in der Hypnosetherapie Anwendung, wobei die Wirksamkeit wissenschaftlich gut belegt ist. Insbesondere wurden mit den Methoden der Kernspinresonanztomographie (MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) hirnphysiologische Korrelate von Trance-Zuständen klar nachgewiesen.
Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der Therapie verwendet. Man kann sie beispielsweise zur Behandlung von
- Depressionen
- Suchtkrankheiten
- Sprachstörungen
- zur Steigerung des Selbstwertgefühls
- zum Stressabbau
- bei Schlafstörungen einsetzen.

Ist jede Person hypnotisierbar?
Die Frage, wie stark jemand hypnotisierbar ist, spielt in der Hypnoseforschung eine zentrale Rolle. Ein Unterschied besteht von Mensch zu Mensch im Grad der erreichten Trancetiefe, die situationsbedingt verschieden sein kann. Etwa zehn Prozent der Menschen sind sehr leicht hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können oder dürfen nur rund fünf Prozent, diese Menschen leiden u. a. unter
- Herzschwäche
- Hirnorganischen Beeinträchtigungen
- Geisteskrankheiten
- Schweren Persönlichkeitsstörungen
- Psychosen oder Schock
- starken Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholeinfluss.

Nach dem psychologischen Ansatz wendet der Hypnotisand verschiedene kognitive Strategien an. Hypnose basiert beim kognitiv-sozialpsychologischen Ansatz auf verschiedenen sozialpsychologischen Faktoren, u. a. muss der Proband gewillt sein, eine "gute Versuchsperson" zu sein, er muss also mitarbeiten wollen. Ein Zwang wird keinen Erfolg haben.

Der Selbstversuch
Nachdem ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, hatte ich den Wunsch dies einmal für mein Leben auszuprobieren. Ich nahm Kontakt zu einer Hypnosetherapeutin in meiner Nähe auf und schrieb ihr eine Email, in der ich meine Situation darlegte. Sie meldete sich daraufhin per Email, später telefonisch, und sandte mir ausführliches Informationsmaterial zu. Da es bei der Hypnose wichtig ist, wie erfahren der Therapeut ist, hatte mich für eine entschieden, die seit Jahrzehnten diese Therapie anwendet und daher einen großen Erfahrungsschatz mitbringt. Als Einstieg muss ein Informationsbogen ausgefüllt werden, der allgemeine Informationen abfragt. Dieser sollte vertrauensvoll und ausführlich ausgefüllt werden.

Zu Beginn fand ein Informationsgespräch statt. Danach gab es ein Zyklus von Hypnosesitzungen statt, die je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich sind. Für mich hatten wir 6 Sitzungen angedacht, wobei jeweils einmal in der Woche ein Termin stattfand. Die zeitliche Dauer einer Sitzung ist dabei unterschiedlich, es kann schon mal drei Stunden andauern, je nachdem welches Thema angesprochen wird usw.

Ich konnte feststellen, dass ich leicht hypnotisierbar bin. Ich fiel sehr leicht in diesen Zustand der Trance und es ist ein wunderbares Gefühl. Es sind Empfindungen, aus denen man nicht mehr heraus möchte. Ein Gefühl der Wärme, Geborgenheit unendlicher Liebe und Stärke und eines leichten, schwebenden Zustands. Hierbei sollte jedoch gesagt werden, das es unterschiedlich empfinden werden könnte.
Ich fühlte, dass mein Unterbewusstsein, welches ich im Vorfeld nicht bemerkte, also nicht bewusst (wie der Name schon sagt ;-) ) VORHANDEN ist und es unendlich gut mit mir meint. Es ist quasi mein Freund, mein Wegbegleiter und nur dafür da, es gut mit mir zu meinen. Es ist plastisch gesprochen, eine Person von unendlicher Weisheit, der die besten Entscheidungen trifft. Als Beispiel will ich einmal das Bauchgefühl ansprechen. Oft ist es so, dass du sagst, jetzt habe ich aus dem Bauch die richtige Entscheidung getroffen. Dies liegt daran, weil dein Unterbewusstsein dieses veranlasst hat. Haben wir die Wahl zwischen dem Bauchgefühl (Unterbewusstsein) und rationalem Denken (Bewusstsein), entscheiden wir uns oft für das "LOGISCHE", dem Bewusstsein und liegen dann oft falsch. Wir sollten öfter auf unser Bauchgefühl hören. Damit einher geht die Entscheidung des Unbewussten, welches unser treuer Wegbegleiter ist, der das Wissen über die gesamte Menschheit verfügt.

In meinen Trancezuständen hatte ich das noch nie gekannte Gefühl unendlicher Stärke, Macht und Selbstvertrauen. Ich habe vorher mit Suggestions-CDs gearbeitet, wie sie in dem freien Handel erhältlich sind, aber keine grosse Wirkung entfacht haben. In der therapeutischen Hypnose ist das komplett anders. Die Suggestionen des Therapeuten sind nur für dich bestimmt und wirken komplett auf dein Leben, womit auch die große Kraftentfaltung erklärbar ist. Nach den Sitzungen hielt bei mir die Wirkung immer lange an. Ich bemerkte die große Stärke und konnte quasi Bäume ausreißen. So war es mir z.B. möglich, in einen großen Einkaufsmarkt zu gehen, OHNE irgendwelche Ängste zu verspüren. Es war mir möglich, JEDE Person anzusprechen, Forderungen zu stellen und was auch immer. Je mehr Sitzungen durchgenommen wurden, umso stärker wurde dieses Gefühl.
Jedoch ist es so, das dieses Hochgefühl nicht für alle Zeiten vorhanden ist, es hält vielleicht ein paar Stunden oder Tage an und dann ist es vorerst nicht mehr nicht mehr ohne Aktivierung vorhanden, vergleichbar mir einem Sättigungsgefühl nach Nahrungsaufnahme. Aber: du kannst es für dich verfügbar machen. Dafür gibt es zwei Methoden. Einmal lernst du in der Therapie die Selbsthypnose. Mit einer Suggestion, die nur für dich wirksam ist, kannst du dich innerhalb von einer kurzen Zeit selbst hypnotisieren und an einen Kraftort wandern, wo du Stärke gewinnst. Dies lohnt sich z.B. als Vorbereitung vor wichtigen Gesprächen, Verhandlungen oder ein Telefonat und hat eine wunderbare Wirkung. Zudem wird nach Ende der Sitzungen eine CD für dich aufgenommen, die du erhältst und dann regelmäßig anhören kannst. Dieses Anhören soll die gleiche Wirkung wie eine Therapiesitzung haben. Dies kann ich jedoch noch nicht bestätigen, da diese noch für mich aufgenommen wird.

Alles in allem bin ich total begeistert von dem Verlauf der Sitzung und habe seitdem auch eine andere Ansicht von der Welt. Ich bin mir sicher, dass auch du von dieser Therapieform profitieren kannst, denn du bist wichtig für die Welt und hast ein Lebensziel jenseits der sozialen Phobie. Krieg und Hass, Zorn und Ärger sind Dinge, die auf unserer Welt nichts zu suchen haben. Ich habe mir abgewöhnt in diesen Eigenschaften zu denken und weiß im Inneren, dass es gut so ist.

Weitere Informationen gebe ich auf Anfrage gerne weiter, auch Informationen über Therapeuten in eurer Nähe.

Ingo / Methodenkoordinator



Wahr oder falsch?

"Ein Terrorist verschickte eine Briefbombe. Sie kam als unzustellbar zurück. Beim Öffnen sprengte sich der Terrorist selbst in die Luft."
Ist diese Geschichte wahr oder falsch? Und woran erkennt man das?



Bietet eine reine SP-Gruppe Vorteile gegen-über einer allgemeinen Angst-Gruppe?

Dieser Artikel erschien zuerst im Infomedium Nr.2 des Netzwerks Selbsthilfe-Sozialphobie und wurde über die Kooperation der mit dem VSSPS verbundenen Selbsthilfeinitiativen übernommen. Er ist lesbar unter www.vssps.de oder www.sozial-phobie.net.



Alles ist pogativ

Alles ist positiv und negativ zugleich, hat Vor- und Nachteile. Es kommt darauf an, diese realistisch zu sehen und zu bewerten.
Oft neigen wir dazu, vom aktuellen Zustand nur das Schlechte und vom Gewünschten nur das Gute zu sehen. "Dieses X muß ich schnell loswerden, ich will lieber Y." Dafür gibt es gute Gründe, und wir machen es auch gern. Wir haben ja unser Ziel, uns zu verbessern.
Aber: Wenn man etwas wegen seiner Vorteile annimmt, muß man mit den Nachteilen klarkommen. Und wer etwas wegen seiner Nachteile aufgibt (Angst, Einsamkeit, ...), muß auch dessen Vorteile kennen. Denn die können ein unerwartetes Hindernis in der Überwindung sein; nämlich daß man sie doch nicht aufgeben will. Oder sie fehlen einem hinterher, in dem Fall muß man sich nicht nur ans Neue gewöhnen, sondern auch das Alte vermissen. Oder es kommt eine völlig andere Nebenwirkung, die auch bewältigt sein will.(1)
So ist die Kunst der Verbesserung, die ganz eigene Lösung zu finden, die einen möglichts guten Kompromiß schaft zwischen:
- die alten Nachteile abschaffen
- die alten Vorteile übernehmen
- die neuen Nachteile kompensieren
- die neuen Vorteile annehmen.

Auch im Umgang mit anderen ist es m.E. die bessere Strategie, als bloß die Vorteile groß herauszustellen. Wer die Vorteile zehnmal gehört hat, z.B. zehn Autowerbespots gesehen hat, und sich trotzdem nicht überzeugen läßt, wird auch vom 11. kein Auto kaufen. Vielleicht, weil er die Nachteile zu deutlich sieht. Hier hilft es mehr, ihm Lösungen zu zeigen, wie man mit diesen Nachteilen klarkommt. Oder daß sie aushaltbar sind.
Im Durchschnittsverlauf des "Kulturschocks", also des Kennenlernens von Unbekanntem, gibt es eine Phase, in der Neues nervig, weil die Nachteile deutlich werden, nachdem der erste Eindruck aus Vorteilen bestand.

Die überenge Verflechtung von Vorteilen, Nachteilen und darüber hinaus noch den individuellen Erfahrungen paßt in einen zentralen Satz meiner Vorträge: "Eigentlich sind die Probleme von Schüchternen übertriebene positive Eigenschaften." Da habe ich im Lauf der Jahre einige zusammengetragen, die ich hier als Beispiele anführen kann:

Sie machen ihre Aufgaben gut - leider zu gut, um sich keine Kritik einzufangen
Auch wenn es im Perfektionismus mit ewigen Zwangsgedanken teuer erkauft ist: Das Ergebnis ist gute Arbeit. So ist die Frage: Kann man hochqualitative Arbeit abliefern, ohne die Angst vor Kritik durch Versagen? Vielleicht, sobald die Sicherheit kommt, die gute Arbeit "im Schlaf", ohne zuviel Selbstkontrolle zu können. Wenn die Anspannung langsam der Routine weicht und dem beruhigenden Gedanken: "Jetzt darf ich mir auch mal einen Fehler leisten."

Sie nehmen Rücksicht auf andere - dabei leider nicht auf sich
Sie drängen sich nicht in den Vordergrund - dafür leider in den Hintergrund
Sie unterdrücken niemanden - aber leider sich selbst
Ja, das kann man auch anders sagen: "Wenn die Klügeren zu oft nachgeben, haben wir die Diktatur der Dummen." Aber ab und zu mal nachgeben, wo es möglich ist, senkt das Konfliktniveau. Es heißt auch noch etwas anderes: "Brauche ich diesen Erfolg jetzt wirklich oder komm ich auch ohne aus?" Na gut, den "dicken Gorilla" überzeugt man damit nicht - aber seht genauer hin, ob es noch andere Leute gibt, die von solchen Typen genervt sind. Z.B. findet man diese anderen Leute in unseren Gruppen.
Und achtet mal drauf, wie viele dicke Gorillas mit Schwung gegen die Wand gelaufen sind.

Sie denken nach, bevor sie etwas tun - leider zuviel, um es tun zu können
Sie können Dinge aus Sicht anderer sehen:
Da haben wir den ewigen Fertigmachspruch "was sollen die Leute denken?" verdammt tief in uns reingefressen. Die ewigen Gedanken, was geschehen KÖNNTE und wie man dann möglichst schnell rauskommt, können sehr quälen und lähmen. Aber: Wer in soviele kleine Ecken reindenkt, kommt dabei doch auf den einen oder anderen guten bis revolutionären Gedanken. Suchet, dann werdet ihr finden!
Das fördert die Kreativität: Anders denken, anders argumentieren(2), anders reagieren, andere Wege finden, ruhig bleiben, wo sich andere in hysterische Debatten stürzen. Ist das nicht eine gute Voraussetzung für Aufgaben, bei denen man viel abschätzen muß, deren Erfolg davon abhängt, daß möglichst viele mitmachen? Wo man vorher wissen sollte, wer welchen Widerstand leisten könnte? Eben was die Leute denken sollen?
Zum Beispiel in der Politik bei notwendigen unbeliebten Neuregelungen? Na gut, nicht als Redner, aber im Hintergrund als Gestalter.

Aber, wie ich schrieb, sind wir da ZU gut. Und wir haben Änderungsbedarf, sonst wären wir nicht in den Gruppen. Es wäre schön, auch Vorteile im Umgang mit anderen zu entwickeln, nicht länger neidisch auf küssende Paare zu sehen, sondern selbst eine Beziehung zu finden (und zu halten!) Also achtet auf euch, macht was - und laßt es euch nicht nehmen. Zur abschließenden Ermunterung noch ein Dialog, den ich mit meiner Therapeutin hatte: "Warum wollen Sie das, das ist zu stressig für Sie." - "Kann sein, aber die Erfahrung möchte ich gern selbst machen."

Julian / Braunschweig

(1) Z.B. zerbrechen manche Alkoholiker-Ehen nach der Entgiftung, weil beide nicht mit der Zeit umgehen können, die nun nicht mehr mit dem täglichen Kleinkrieg um die Flasche ausgefüllt ist. Das ist aber immer noch besser als Alkoholismus!
(2) Das ist auch wichtig - man denke an all die Argumente, die nicht mehr wirken, weil es jedes Mal die selben sind: Bei Anti-Terror-Gesetzen kann man an drei Fingern abzählen, wer wieso dafür und wer wieso dagegen ist, und wenn den Denglish-Speakern die alten Leute wichtig wären, hätten sie schon längst selbst den passenden Slogan-Relaunch performt.



Wahr oder falsch - die Auflösung:
So dumm,seine eigene richtige Adresse als Absender auf eine Briefbombe zu schreiben, ist nicht einmal ein Terrorist.


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zuletzt am 12.10.2017 um 17 Uhr 33