Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Rundbrief Oktober 2009

Inhalt:
   - Verlag an Erlebnisbuch interessiert
   - Julian hat "leider" Arbeit


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Verlag an Erlebnisbuch interessiert

Land in Sicht: Nach einigem Suchen ist ein Verlag interessiert, die vom intakt e.V. gesammelten Erlebnisberichte über Schüchternheit und Sozialphobie als Buch herauszugeben.
Der Projekte-Verlag Halle ist engagiert in "Betroffenenliteratur" und hat schon ähnliche Bücher gefördert. Man kennt dort die Erfahrung, daß "Schreiben heilt" - was bedeutet, die Auseinandersetzung und Ausformulierung des eigenen Problems hilft, dieses zu überdenken und zu bewältigen.
Die Beispieltexte, die der Verlag vom Verein erhalten hatte, sind gut angekommen - auch im Vergleich zu anderen eingereichten Texten. Die typischen schüchternen Zweifel, die bisher viele vom Schreiben eines eigenen Textes abgehalten haben, sind also unbegründet. Ihr schreibt nicht so schlecht wie ihr euch einredet!

Als Startauflage sind 3000 Stück im Gespräch, das Buch würde dann etwa 12-15 EUR kosten.
Autorinnen/Autoren können am Ende des Buches kurz vorgestellt werden. Hier ist dem Verein aber bekannt, welche Ängste das auslösen kann. Ohne die Möglichkeit zu Ano- oder Pseudonymen wird das Buch nicht zu verwirklichen sein.
Als Sahnehäubchen wurde uns die Teilnahme an der Leipziger Buchmesse in Aussicht gestellt.
Alles zusammen ist es ein sehr gutes Angebot.

Aber: Die bisher eingereichten Texte reichen noch nicht. Der vom Verlag gewünschte Seitenumfang wird mit den bisher leider noch nicht erreicht.
Bis jetzt liegen 26 Texte vor - 7 Gedichte, 18 Erzählungen und ein Therapiestundenmitschnitt - die zusammen etwa 40% des gewünschten Umfangs ausmachen.

Daher noch einmal der Aufruf:
Schreibt - oder zeichnet, malt, fotografiert, was auch immer - weitere Beiträge zu Themen wie:
- Schüchternheit / SP und Gesellschaft
- "Mein Leben als Außenseiter"
- Die positive Seite der Schüchternheit
- Erfahrungen mit Therapien
- Lösungen
- Wie bin ich über die Hemmschwelle gekommen?
- Gestaltung einer an sich angepaßten Umwelt
- Mein Weg in die Gruppe
- Mein Leben vor / nach der Gruppe
- Erfahrungen in der Gruppe
- Erfahrungen mit anderen Schüchternen oder Sozialphobikern
- "Was ich Schüchternen schon immer sagen wollte"
Schreibt es lieber heute als morgen, denn es ist nicht klar, wann der Abgabeschluß ist. Immerhin ist schon ein Verlag interessiert.

Julian / 1. Vors.




Wahr oder falsch?

"Herr Lonsdale, nach dem die Pullovermarke benannt wurde, war ein Schwarzer."
Ist diese Aussage wahr oder falsch?



Julian hat "leider" Arbeit

... und zwar als Briefträger bei der Citipost Braunschweig. Was erst einmal sehr gut klingt - und was ich als Erfolg meiner stetigen Lebensverbesserung und damit auch meiner Gruppe ansehe - hat leider Auswirkungen auf meine Vereinsarbeit.
Die Arbeitszeit ist durchschnittlich 8 Stunden täglich dienstags bis samstags - immer nach den Tagen, an denen Ämter und Firmen ihre Briefe lossenden. Den genauen Feierabend kann ich nicht vorhersagen, weil ich nie vorher weiß, wie viele Briefe an welchem Tag auf mich warten. Daher kann ich auch nicht vorher wissen, ob ich es an Arbeitstagen rechtzeitig zum Bahnhof schaffe.

Diese Einschränkungen in meinem Vereinsengagement muß ich zur Zeit leider hinnehmen:

Unterstützende Gruppenbesuche: Ich versuche, mein Gruppenbesuchsprogramm weiterlaufen zu lassen. Ich weiß aber jetzt schon, daß ich nicht jeden Termin einhalten kann. Falls ich trotz Anmeldung nicht zu eurer Gruppe komme, wißt ihr also was los ist. Ich versuche dann, jemanden von euch anzurufen, falls ich eine Telefonnummer habe. Besonders gefährdet sind Termine in Celle, Stendal und Uelzen, weil die Züge dorthin schon um etwa 15.00 losfahren. Helmstedt (Abfahrt 17.15) und Salzgitter (17.48) sind vergleichweise ungefährdet. Nach Celle erreiche ich vielleicht noch den Zug eine Stunde später, dann wäre ich 30 Minuten nach Beginn des Treffens da.

Gesprächsleitung: Wenn die Gruppe vom Problem- zum Allgemeingespräch wird, wenn manche ihre spezielle Ansprache brauchen, wenn einige aus der Gruppe gehen, weil sie ihr spezielles Thema nicht besprechen können oder wollen - das sind Momente, in denen eine Gruppe aktive Gesprächsleitung braucht. Oft habe ich solche Momente geleitet.
Zu diesen Themen bin ich ansprechbar und kann Einzelkontakt und Tipps per Brief oder Telefon anbieten. Teilt mir euer spezielles Problem mit der Gruppe mit, wir suchen auch dann eine Lösung, wenn ich nicht persönlich anwesend sein kann.
Falls eure Gruppe hakt, nehmt euch ein Beispiel an mir: Nicht aufgeben, auch mal mit der Hälfte zufrieden sein.
Infoabende: Ich bin bereit, weitere Vorträge zu halten, allerdings kann ich diese nicht spontan absagen. So müssen sie zur Terminsicherheit auf Wochentage verlegt werden, an denen ich nachmittags keine Arbeit habe: Sonntag und Montag.
Gruppen-Neugründungen: Zu einer Gründungs-sitzung werde ich nicht fehlen können. Ich werde zur Zeit also keine neuen Gruppen gründen können. Allerdings ist nirgendwo festgelegt, daß ich neue Gruppen selbst gründen müßte.
Rundbrief: Wie dieser Ausgabe anzusehen, habe ich nach einem Arbeitstag nicht immer die Kraft, Texte zu verfassen. Aber auch da muß ich nicht der einzige sein, ihr könnt auch Texte einreichen.
Mediothek: Natürlich ist es weiterhin möglich, Bücher auszuleihen, nur kann ich sie nicht mehr immer mitbringen und zurücknehmen. Hier sind die Alternativen der (portoreduzierte) Postversand der Bücher, ihre Liste im Internet und ihre Bestellung bei mir per Brief, Mail oder über das Online-Reservierungssystem bei schuechterne.org.

Was ist möglich?
Ich nehme gern Telefonate (evtl. Anrufbeantworter), Briefe und Mails zu Fragen, die ich sonst beim Gruppenbesuch behandelt hätte.
Bitte laßt mir etwas Zeit zum Antworten, ich habe sie ja nicht mehr immer.

Es wird nicht leicht für manche Gruppe - für mich auch nicht - aber ich möchte es auch als Gelegenheit sehen, in der eine Gruppe lernt, ohne mich auszukommen, selbst zu leisten, was sie bisher bei mir gesucht hat. Immerhin hätte ich auch nicht gedacht - als jemand, der im Schulsport immer eine 4 hatte - daß ich täglich 30 Kilometer Radfahren könnte.

Julian / Braunschweig




Wahr oder falsch - die Auflösung:

Herr Lonsdale, nach dem 1960 die Bekleidungs- und Boxartikelmarke benannt wurde, war ein (weißer) englischer Adliger: Hugh Lowther, der 5. Earl of Lonsdale, lebte von 1857 bis 1944, wirkte als Sportfunktionär und stiftete 1909 die Boxtrophäe "Lonsdale Belt". Schwarze spielten für die Marke Lonsdale andere wichtige Rollen: Profiboxer (u.a. Muhammad Ali), die von Lonsdale gesponsort wurden, und Models der Kampagne "Lonsdale loves all colours", mit der sich die Firma bei Rechtsradikalen unbeliebt macht.


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