Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Peiner Nachrichten, Ende 2001

KISS / Selbsthilfe für Menschen mit Kontaktängsten
Wir trauen uns gemeinsam

Von (al)

Peine. "Es ist so, als käme ich nach Hause", beschreibt Heidi* das Geborgenheitsgefühl, das sie in der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Kontaktängsten findet. Die 48-Jährige jst seit der Gründung von "intakt" im August dieses Jahres dabei und froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Die Ängste, mit anderen Menschen, Nachbarn, Kollegen, in Kontakt zu treten, resultieren aus Erlebnissen, negativen Einflüssen und Problemen in der persönlichen Entwicklung des Betroffenen. Urvertrauen und Selbstwertgefühl sind gestört, das seelische Gleichgewicht so stark verletzt, dass sich Betroffene immer mehr zurückziehen, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. So leben Menschen mit Kontaktängsten in einer unfreiwilligen Isolation, unter der sie stark leiden.
In der geschützten, angstfreien Atmosphäre der Selbsthilfegruppe - ganz zart sei das Zutrauen zueinander gewachsen, erzählt Frank (47) - sollen das Selbst-Bewusstsein neu entdeckt und gestärkt und dem Leben wieder positive Aspekte gegeben werden. Die fünf Frauen, Hausfrauen und Berufstätige, und der einzige Mann in der Gruppe haben sich vorgenommen zu lernen, sich abzugrenzen, Nein sagen zu können und dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht, unabhängig von anderen. "In Kinderschritten" gehe das voran, resümiert Brigitte (54) beim jüngsten Treffen.
"Intakt" wird nicht durch eine psychologische Fachkraft begleitet, ist keine Therapie und ersetzt sie auch nicht. "Die Ängste, die wir haben, sind noch da", stellt die 52-jährige Tina fest. Aber im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und Talente wollen sie sich untereinander stützen und fördern: "Zusammen geht es leichter, wir trauen uns gemeinsam", ist Heidi zuversichtlich.
Die Selbsthilfegruppe lädt Betroffene, die sich in dieser Problematik wiedererkennen, zum Kommen ein. Besprochenes wird streng vertraulich behandelt. Der Gesprächskreis trifft sich jeden Dienstag um 19 Uhr in den Räumen der Kontaktstelle für Selbsthilfe (Kiss) des Paritätischen Peine, Beethovenstraße 15. Telefonische Kontaktaufnahme unter 05171/777020.

* Alle Namen von der Redaktion geändert.

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zuletzt am 07.04.2020 um 06 Uhr 44