Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Emotion, Ausgabe 08/2007

Vorstellung Julian

JULIAN KURZIDIM, 31, SOZIALARBEITER AUS BRAUNSCHWEIG

"Als Schüchterner kämpft man immer doppelt: gegen die Umwelt und gegen sich selbst. Ich mache mir extrem viele Gedanken: über alles, was ich tue, was passieren könnte und vor allem darüber, was andere von mir denken. Die größte Angst ist, vor den Leuten schlecht dazustehen, Deswegen sage ich oft lieber gar nichts, bevor ich missverstanden werde. Schon als Kind fühlte ich mich ausgeschlossen aus der Gemeinschaft und was schr viel allein. Meine erste Freundin hatte ich mit 23 - und auch nur, weil sie die Initiative ergriff. Ich haste immer das Gefühl, andere haben Erfolg, kommen weiter und man selbst wird bemitleidet. Das kann einen ganz schön depressiv und auch neidisch machen. Was mit mir los ist, wusste ich lange nicht. Dann gründete ich meine Selbsthilfegruppe. Ich dachte mir: Wenn ich anders bin, suche ich mir eben Menschen, die auch anders sind. Das war eine starke Motivation. Zum ersten Treffen kamen 25 Leute. Bei ihnen fühlte ich mich gleichberechtigt. Ich habe nun den Freundeskreis, den ich immer vermisst habe. Inzwischen mache ich keinen so hilfsbedürftigen Eindruck mehr. Ich habe gelernt, dass ich alles tun kann, ich muss es nur wirklich wollen. Ich mache wieder eine Therapie, um schwierige Situationen noch besser zu meistern. Dort bekam ich die Hausaufgabe, diese auffällige rote Mütze zu tragen. Die letzte Übung war, in meine Stammkneipe zu gehen, in der gute Bekannte sitzen, die etwas angetrunken sind. Ich wusste, dass ich mir einen dummen Spruch einfangen würde. Aber ich habe mich überwunden und konnte sogar zurücklästern."
www.schuechterne.org



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zuletzt am 07.04.2020 um 06 Uhr 44