Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Stern Gesund Leben, 5/2010

Julian Kurzidim, 34, Sozialpädagoge und Briefträger
Ich habe gelernt, meine Ängste aktiv anzugehen

In der Schule war ich der, der die Einsen geschrieben hat, der irgendwie andere Interessen hatte als die anderen Kinder. Vielleicht waren sie neidisch auf mich. Jedenfalls habe ich mich immer schwach und ausgegrenzt gefühlt. Den Rückhalt, den ich gebraucht hätte, haben mir meine Eltern nicht gegeben. Die Lehrer waren auch keine Hilfe, auch nicht, als meine Noten schlechter wurden. In der 13. Klasse bekam ich solche Prüfungsangst, dass ich von der Schule musste. Danach habe ich mich wie ein Versager gefühlt, und meine Ängste nahmen zu. An der Fachhochschule habe ich Hilfe bei der Studentenberatung gesucht. Dort wurde mir klar: Ich bin, wie ich bin, das ist in Ordnung, und ich suche mir andere, die auch so sind. Seitdem habe ich mehrere Selbsthilfegruppen und einen gemeinnützigen Verein für Schüchterne gegründet. Ich habe gelernt, meine Ängste aktiv anzugehen, zum Beispiel jemanden anzusprechen oder Vorträge zu halten. So ängstlich wie früher bin ich nicht mehr. Stattdessen verhelfe ich anderen dazu, es auch nicht mehr zu sein."



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