Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

ClicClac, April 2014

Titelthema Schüchternheit
Gemeinsam Stärke entwickeln
Verein bietet Selbsthilfegruppen und Freizeittreffen

Der gemeinnützige Verein "intakt - Norddeutscher Verband der Selbsthilfe bei sozialen Ängsten e.V." fördert die Selbsthilfe im Bereich der sozialen Ängste: Schüchternheit, Soziale Phobie, Soziale Isolation. Er ist der größte, womöglich gar der einzige Verein zu diesem Thema in Deutschland und wurde 2004 von fünf Selbsthilfegruppen gegründet. Inzwischen besteht sein Netzwerk aus elf Gruppen, weitere sind in Vorbereitung. Ein besonderes Problem bei sozialen Ängsten ist, dass sie auch gegenüber Hilfsangeboten bestehen. Betroffene müssen auch auf dem Weg zu Therapeuten oft ihre eigenen Widerstände überwinden. Das Problem steht damit seiner eigenen Lösung im Weg.

Diesen Menschen möchte der intakt e.V. einen Ausweg bieten. Er unterstützt niedrigschwellige Hilfsangebote, die Interessenten einen leichteren Einstieg ermöglichen. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich in angstfreier Atmosphäre mit ebenfalls Schüchternen auszutauschen, ohne Druck voneinander zu lernen und einen ersten Schritt aus der inneren Leere zu wagen. Sie helfen auf zwei Arten: Erstens können in vertraulicher Atmosphäre die eigenen Probleme angesprochen werden und in der Gruppe zu Lösungen führen. Zweitens finden Betroffene in der Gruppe verständnisvolle Mitmenschen und können einen Freundeskreis aufbauen.

Den Aufbau einer Selbsthilfegruppe, der für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl eine oft zu hohe Hürde darstellt, unterstützt der intakt e.V. mit Gründungsberatung und -unterstützung und in Städten ohne Gruppe initiiert er die Gruppe selbst.
Betroffene, die nicht den Mut zum Gruppenbesuch finden, können vom Verein Hilfe dazu bekommen. Die Vernetzung der bestehenden Gruppen ist der zweite Bereich. Durch regelmäßige Selbstbewusstseinskurse und Freizeittreffen entsteht ein Austausch zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen. Er hilft, Wünschen einzelner Mitglieder z. B. nach Kontakt zu gleichaltrigen Mitbetroffenen, zu entsprechen, wenn sie in der eigenen Gruppe unerfüllbar sind. So stabilisieren sich die Gruppen gegenseitig.

Selbsthilfegruppen in der Region

Sie interessieren sich für den Besuch einer Selbsthilfegruppe für Schüchterne und/oder Sozialphobiker in der Region? Auf www.schuechterne.org/wowann.htm finden Sie eine Liste mit Gruppen, Treffpunkten und Zeiten. Selbsthilfegruppen gibt es unter anderem in Braunschweig, Celle, Goslar, Hannover, Helmstedt, Hildesheim, Peine, Salzgitter und Wolfsburg.


Vortrag "Wir trauen uns gemeinsam"

Die Celler Selbsthilfegruppe bei Schüchternheit und Sozialphobie und der Verein "intakt e.V." veranstalten am Dienstag, 15. April. einen Informationsabend. Alle Betroffenen und Interessierten sind herzlich eingeladen, sich um 19 Uhr im Gemeindezentrum St.Georg Blumlage, Braunschweiger Heerstraße 1. einzufinden. Julian Kurzidim. der Vorsitzende des Vereins intakt e.V., möchte sozial ängstlichen Menschen Mut machen, hinzugehen und nicht der Angst oder den Bedenken nachzugeben: "Wer nicht so richtig weiß, ob er/sie bei uns richtig ist, ist bei uns richtig." In einem Vortrag berichtet er von seinen Erfahrungen im Umgang mit der eigenen Schüchternheit und stellt die Celler Selbsthilfegruppe vor.

Julian Kurzidim (Hrsg.)
Der ängstliche Panther

Eine Sammlung von Erfahrungsberichten schüchterner Personen und Sozialphobiker hat der intakt e.V. (Sitz in Braunschweig) mit diesem Werk herausgegeben. 18 Männer und Frauen erzählen darin von ihren ganz persönlichen Lebenserfahrungen: Welche Ängste sie erlebt haben, in welchen Situationen sie schüchtern sind, wie sie ihren Alltag meistern und welche Gefühle und Gedanken sie haben.
Viele Betroffene haben den Mut gefunden, sich mit der literarischen Aufarbeitung ihrer Geschichte zu ihrer Schüchternheit zu bekennen, ihre Rückschläge und Erfolge anderen mitzuteilen. Dabei sind lehrreiche, spannende und abwechsiungsreiche Texte entstanden. Für Schüchterne bedeutet das Buch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, bei Angehörigen und Freunden sorgt es für ein besseres Verstehen der Schüchternheit und es regt zum Nachdenken an.

Projekte Verlag Cornelius, 163 Seiten, 12,50 Euro.



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zuletzt am 06.01.2021 um 17 Uhr 07