Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Uelzener Anzeiger, 9.3.2011

Raus aus dem Schneckenhaus
Hilfe bei Schüchternheit und Sozialphobie

Uelzen. Intakt, der Norddeutsche Verband der Selbsthilfe bei sozialen Ängsten e.V., veranstaltet am Donnerstag, 17. März, um 17.30 Uhr einen Informationsabend zu Selbsthilfe bei Schüchternheit und Sozialphobie und lädt alle Betroffenen und Interessierten in die "Brücke", Brauerstraße 12, ein.
Schüchterne und Sozialphobiker ziehen sich zurück und leben mit einer Mauer um sich herum, Sie reden nicht viel, mischen sich kaum in Gespräche oder Gruppen ein. Aus Angst vor negativen Reaktionen der anderen, in Erinnerung an frühere Opfererfahrungen fühlen sie sich ungern beobachtet oder bewertet. Die Unsicherheit im Umgang mit anderen kann zu Selbstwertproblemen, Arbeitslosigkeit (Vorstellungsgesprache) und Isolation führen.
Schüchterne werden in der Welt oft als still, uninteressant oder sonderbar missverstanden. Dabei fällt leider nicht auf, dass Schüchterne ihre besonderen Stärken und Kompetenzen haben. Es fällt ihnen nur schwer, ihre Fähigkeiten auch zu zeigen. Laut Untersuchungen haben bis zu 13 Prozent der Bevölkerung Ängste oder Selbstwertprobleme, die das Leben beeinträchtigen. Trotzdem ist das Problem in der Gesellschaft kaum sichtbar, weil Betroffene es und sich verstecken. Dadurch steht es seiner eigenen Lösung im Weg. "Es melden sich viele Uelzener für unsere Gruppe an, doch nur wenige von ihnen finden den Mut, dort hinzugehen", wissen die Mitglieder des Vereins.
Um diesen Menschen die Selbsthilfe zu erleichtern, bietet intakt einen Informationsabend an. Julian Kurzidim, der Vorsitzende des Vereins, möchte sozial ängstlichen Menschen Mut machen, hinzugehen und nicht der Angst oder den Bedenken nachzugeben: "Wer nicht ganz weiß, ob er/sie bei uns richtig ist, ist bei uns richtig." In einem Vortrag stellt er das Problem selbst, seine Erfahrungen im Umgang mit Schüchternen, seine eigenen Erfahrungen als Schüchterner und vor allem die Uelzener Selbsthilfegruppe vor. "Ich bin zwar selbst aufgeregt, weiß aber, dass ich es kann. Damit mochte ich für die Zuhörer ein Vorbild sein." Im Anschluss wird es eine Diskussions- und Fragerunde zu sozialen Angsten geben. Der Eintritt ist frei.
Der Verein intakt ist aus dem Zusammenschluss mehrerer Selbsthilfegruppen entstanden, auch die Gruppe in Uelzen ist beteiligt. Zu seinem Netzwerk gehören derzeit zwölf Gruppen zwischen Hannover und Magdeburg. Außerdem bietet der Verein Fortbildungsveranstaltungen für sozial Ängstliche an und organisiert überörtliche Betroffenen-Treffen gegen Isolation. Stellvertretend für die Betroffenen stellt er seinen Problemkreis in der Öffentlichkeit vor.

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